Hans und Liese

(Choreographie Eike Haenel)

 

Ein alter Brauch war in Pommern besonders beliebt: das Osterwasserholen. Die Mädchen mussten am Ostersonntag früh aufstehen und zu einer Quelle gehen, um Wasser zu holen. Gelang es ihnen, sich darin zu waschen, ohne vorher gelacht, gesprochen oder die Zähne gezeigt zu haben, so versprach ihnen der Brauch für ein Jahr besondere Schönheit. Das war natürlich ein Heidenspaß für die Jungen. Sie lauerten den Mädchen unterwegs auf und versuchten, sie zum Lachen oder zum Reden zu bringen. Gelang es ihnen, so hatten die Mädchen Brabbelwasser. Die Chance besonders schön zu werden, war für ein Jahr vertan.

Hans ist es gelungen, die Liese so zu erschrecken, dass sie Brabbelwasser hat. Mit der besonderen Schönheit ist es - zumindest für das kommende Jahr - vorbei. Liese ist so böse, das sie die gerade begonnene Verbindung mit dem Hans wieder lösen will und sich weigert, an dem österlichen Tanzabend im Dorfkrug mit ihm zu tanzen. Wie dann der Erbsbär, ein altes pommersches Symbol für Fruchtbarkeit, doch noch alles ins Lot bringt, sei an dieser Stelle noch nicht verraten...

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