Tanz- und Folkloreensemble "Ihna"

aus Erlangen

Erlanger Nachrichten, 4.9.2003

Als einziges deutsches Folklore Ensemble nahm Ihna „an“ Jubiläum im Baskenland teil

Einen Heiligen als Gastgeschenk

Tanzgruppe trat als Höhepunkt bei „Berangoko S. Otxandategi Dantza Taldea“ auf

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Die Erlanger Tanzgruppe "Ihna" war als einziges deutsches Ensemble ins Baskenland eingeladen worden. Ihr Auftritt war der absolute Höhepunkt einer Jubiläumsfeier. Foto:oh

Mit einer Annonce in den Erlanger Nachrichten suchte das Folklore Ensemble Ihna einen Dolmetscher für die Reise nach Spanien. Es meldeten sich Rüdiger Winzer und seine kleine Tochter Claudia, die in Südamerika aufgewachsen ist. Die Sechsjährige erwies sich als – fast – professionelle Vermittlerin bei dem Festival der Stadt Berango im Baskenland, das die „Berangoko S. Otxandategi Dantza Taldea“ aus Anlass des 60-jährigen Bestehens dieser Volkstanzgruppe initiiert hatte.

Non-Stop-Fahrt
Das Folklore-Ensemble Ihna nahm auf Einladung des Präsidenten Inaki Gonzales sowie der Bürgermeisterin der Stadt Berango, Miren Dobaran Urrutia, als einzige deutsche Gruppe daran teil.

Nach einer Non-Stop-Fahrt von 22 Stunden, bei der sich drei Fahrer abwechselten, ging es gleich am ersten Abend des Festes – Dauer vom 10. bis 18. August – auf die Bühne. Als letzte Gruppe von insgesamt fünf – aus den Niederlanden, Österreich, Belgien und Katalonien, wobei dies im Baskenland als Ausland gilt – trat die Erlanger Tanzgruppe als absoluter Höhepunkt auf.

„Ganz Berango drängte sich im großen Zirkuszelt, die Zuschauer flippten einfach aus. Wahrscheinlich hat man uns Deutschen so viel Temperament gar nicht zugetraut“, sagt Eike Haenel, Leiter der zahlreichen Auslandsreisen dieser Gruppe. Den germanischen Schwertertanz, gemäß der pommerschen Tradition in Perfektion dargeboten, gibt es auch bei der baskischen Gruppe und wurde wahrscheinlich von Seefahrern aus dem Süden mitgebracht.
Doch nicht nur die Ihna bot Überragendes, umgekehrt hatte man auch Kunst, Kultur und Sport für die Erlanger vorbereitet. So ging es zur Besichtigung der berühmten Hängebrücke von Bilbao „El Puente Colgante“, zum nicht minder berühmten Guggenheim-Museum, zum Parlamentsgebäude in Guernika und zur Gerichtseiche, zum alten Hafen von Getxo und zum Strand von Sopelana und Plentzia.

Kostbaren Bildband erhalten
Nach der Kultur zum Sport: Pelotas, das baskische Nationalspiel, bei dem ein harter Lederball mit der bloßen Hand gegen eine Mauer geschlagen wird, war genauso spannend wie das Fußballtraining beim Erstligisten Athletico Bilbao. Ihna-Mitglied Dirk Thiel dazu: „In dieser 1.Liga in Spanien spielen tatsächlich nur baskische Spieler, München will jetzt einen von ihnen abwerben.“ Ihna-Mitglied Esta Ballmann war überrascht, dass tatsächlich jeder der über 200 Teilnehmer – aus Erlangen kamen 31 – einen kostbaren Bildband über Bilbao erhielt. Johanna Kokocinski bekam eine „echte schwarze Baskenmütze“ mit dem Namenszug des Vereins auf dem Innenfutter.
Und Landulf Jäger nahm aus der Hand des Präsidenten der traditionsreichen baskischen Gruppe, Inaki Gonzales, das Wahrzeichen der Stadt entgegen: die Nachbildung des Brunnens der vor dem Rathaus steht, mit dem Heiligen San Otxandategi.
„Für unsere Hugenottenstadt haben wir auch ein Geschenk mit auf den Weg bekommen“, sagt Eike Haenel.
„Es ist der Heilige im Brunnen. Wir bekamen ihn in Bronze. Für die Stadt ist er aus Silber.“ Nun muss das Gastgeschenk nur noch dem Oberbürgermeister überreicht werden. mvd