Tanz- und Folkloreensemble "Ihna"

aus Erlangen

Die Pommersche Zeitung, 13.12.2003

Stürme der Begeisterung für die „Ihna“ in Gollnow

„Kannst du uns auch solche Tänze beibringen, wie ihr sie tanzt?“, fragte eine Reihe von polnischen Kindern Eike Haenel nach einem Auftritt des Tanz- und Folkloreensembles „Ihna“ im polnischen Gollnow. Er konnte nicht, aber er verwies an Zbigniew Lukaszewski, der die Tournee der „Ihna“ durch Polen begleitete und selbst Tänzer in der Tanzgruppe „Siermiegi“ aus Stettin war.
Und wirklich, Lukaszewski hing seinen Ingenieur-Beruf an den Nagel, trainierte die Kinder und ist heute Leiter des Kulturhauses (Dom Kultury) in Gollnow. Die Gruppe nannte sich nach ihrem großen Vorbild „Ina“ - in polnischer Schreibweise. Das war vor zehn Jahren.

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Die polnische "Ina" nach dem deutschen Vorbild "Ihna" benannt. Fotos:Archiv "Ihna"

Im November feierte man das zehnjährige Bestehen in Gollnow mit einem großen Festakt und aus Erlangen waren als Ehrengäste „Gründer“ Eike Haenel und Johanna Kokocinski angereist.
Die Gründung der „Ina“ in Gollnow war im Ergebnis von vielen Kulturprojekten, die das Tanz- und Folkloreensemble „Ihna“ in Pommern seit 1992 durchführt. Die Idee zu diesen Kulturprojekten hatte Arnim Gärtner, ehemaliger Bürgermeister des Dorfes Plöwen (Kreis Uecker-Randow), kurz vor der polnischen Grenze. In Ludwik Zdanowske, ehemaliger Dozent der Universität Stettin, fand er einen Partner auf polnischer Seite. Finanziell unterstützt wurden die Unternehmungen durch das Bundes-Innenministerium.
Zehn Kulturprojekte fanden in der Republik Polen statt, neun Tourneen mit zusammen rund 300 Tänzerinnen und Tänzern unternahm das Tanz- und Folkloreensemble „Ihna“ in diesem Zeitraum durch Polen. 14 polnische Tanz- und Gesangsgruppen mit fast 500 Mitwirkenden hatte man in Erlangen zu Gast, die privat in Familien untergebracht wurden. Einer der vielen Höhepunkte in dieser Zeit war die Teilnahme des Tanz- und Folkloreensembles „Ihna“ als einzige deutsche Gruppe an der 750-Jahr-Feier von Stettin. Die in Polen nicht bekannte Stettiner Kreuzpolka wurde in einer Choreografie von Eike Haenel in die frühere Hauptstadt Pommerns zurückgebracht.
Drei Tanzlehrer hatte die Ihna nach Anklam, Stettin und Gollnow geschickt. 120 deutsche und polnische Tanzpaare führten den traditionellen Tanz im Schlosshof der pommerschen Herzöge und im Sommertheater vor tausenden von begeisterten Zuschauern auf.
Jetzt wurden diese zehn Jahre mit einem Tanzfest in Plöwen gefeiert. Alle an den Projekten beteiligten Tanzgruppen aus Vorpommern und dem polnischen Westpommern waren vertreten. Auch aus Erlangen war die „Ihna“ mit einer Delegation unter der Leitung von Landulf Jäger und Dirk Thiel angereist. Ihr kurzer Tanzbeitrag wurde begeistert gefeiert.
Alle Projekte wurden von der deutschen und der polnischen Presse aufmerksam verfolgt. „Stürme der Begeisterung für die Tanz- und Speeldeel Ihna’ an der Ihna“, titelte z.B. der mecklenburgisch-vorpommersche „Nordkurier“. „Schon nach den ersten Tänzen waren die Besucher nicht mehr zu halten. Beifall, über Beifall“ schrieb er über ein Konzert in Gollnow. pti