Tanz- und Folkloreensemble "Ihna"

aus Erlangen

Fränkischer Tag, 28.05.2005

Farbenprächtige Kostüme

Folkloreensemble "Ihna" begeistert die Zuschauer im Kreiskulturraum


Mit Farbenpracht und vielfältigen Formationen von Traditionstänzen begeisterte das Tanz- und Folkloreensemble "Ihna" das Publikum im Kreiskulturraum.  Foto:K.-H. Hofmann

KRONACH:  
Mit farbenprächtigen Kostümen, fantasievoller Choreografie und faszinierender Harmonie begeisterten am Samstag die Tänzerinnen und Tänzer
des Folklore-Ensembles "Ihna" die Zuschauer im Kreiskulturraum.


Die Lieder und Tänze aus Deutschland, die alle auf alte Traditionen zurückführten, zeigten leidenschaftliches Engagement der Erlanger Tanzgruppe, die trotz erlangten internationalen Renommees als gemeinnütziger Verein unter Amateurbedingungen arbeitet und Kostüme und Trachten auch noch selbst schneidert.
Die, herrlichen Stickarbeiten nehmen oft mehrere Monate an Freizeit in Anspruch, erklärte der künstlerische Leiter und Moderator Eike Haenel, den Zuschauern, die über so viel Idealismus staunten, denn gemessen an dem, was sie zu sehen bekamen, war, der Amateurstatus kaum zu glauben. Selbst bei schwierigen akrobatischen Tanzeinlagen strahlten Charme und Herzlichkeit von allen Akteuren aus. Schon nach wenigen Minuten hatten sie das Publikum auf ihrer Seite, das eifrig Zwischenapplaus spendete, weil man sich, wegen des mitreißenden Temperaments und des Charismas der Darsteller, nicht zurückhalten konnte.

Traditionstänze verschiedener Berufsgruppen sind die Spezialität des Erlanger Ensembles. "Ihna" ist eine Erfolgsgeschichte die schon in den sechziger und siebziger Jahren mit der "Erlanger Pommerjugend" ihren Ursprung hat und bis heute ist "Ihna" auch Familiengeschichte. Denn neben der Familie des künstlerischen Leiters Eike Haenel bringen sich auch andere Familien generationenweise in die Tanz & Speeldeelgruppe ein. Sie haben sich vor allem der pommerschen Folklore verschrieben. Daher kommt auch die Namensgebung „Ihna" er ist einem pommerschen Fluß gewidmet. Viele der Darbietungen sind Traditionstänze bestimmter Berufsgruppen. So beispielsweise der Schustertanz und der Peitschentanz, der einen Wettlauf der Hirten beschreibt.

Vielfältige Bräuche

Bunt und vielfältig sind die Bräuche, die sich in deutschen Landen zwischen Weihnachten und der Fastnacht abspielen. Überall haben sich bestimmte Bräuche und Sitten mit Beharrlichkeit erhalten. Mit Lärmen, Tänzen und Umzügen, mit allerhand Spuk, schönen und häßlichen Verkleidungen soll der Winter besiegt und ausgetrieben und gleichzeitig ein neues fruchtbringendes Jahr. des bäuerlichen Lebens eingeleitet werden. Dies schildert der "Perchtentanz" eindrucksvoll.

Die fränkische Heimat verkörpern Tänze der Volkstanzsuite "Erlanger Bilderbogen", in die aber auch Hugenottentänze, sudetendeutsche Tänze, die die Heimatvertriebenen vertreten und Tänze aus der Mark Brandenburg und Berlin mit eingearbeitet wurden. Auch Tanzspiele, wie etwa der "Besentanz", der "Eiertanz" oder "Drei Deiwels"Weiber" gehören zum Repertoire.

Einer von vielen Höhepunkten ist der "Schwertertanz". Er gehört zu den ältesten deutschen Tanzüberlieferung. In ihm steht die kultische Bedeutung im Vordergrund. Er zeigt, wie ein Mann getötet und zum ewigen Leben wiedererweckt wird. Dem Pyritzer Weizacker, einer der schönsten Gegenden Pommerns, ist das Tanz- und Gesangspotpouri "Hochzeit im Pyritzer Weizacker" gewidmet. Eine solche Hochzeit dauerte drei Tage und es passierte sehr viel neben der Vermählung des Brautpaares. Der wilde Schnabbuck (ein ziegenhaftes Ungeheuer) wagte sich sogar im Kreiskulturraum unter das Publikum und verbreitete das pure Erschrecken.

Herrliche Bühnenszenen werden beim "Brutlichtertanz" im Kerzenschein inszeniert. Zum Schluss der Feier wird der Braut die Hochzeitskrone entnommen und ihr wird eine Haube aufgesetzt. Erst jetzt ist die Braut verheiratet und unter der Haube. Ein Tanz- und Liederpotpourri ist dem Brauchtum der Fischer auf der Insel Rügen entnommen. Mystisch und melancholisch, aber auch fröhlich und ausgelassen - dies traf vor allem für den Abend im Dorfkrug zu.

Ein bunt gefüllter Ballettabend voller Tanz mit ausdrucksstarker Mimik und fantastischen Formationen ging mit tosendem Beifall des Publkums zu Ende. Nicht zu vergessen die Begleitmusik die ebenfalls von der Gruppe gestellt wurde. eh