Fränkischer Tag, 18.08.2004
Baskische
Tänzer stürmen den Schlosshof
Folkloreabend mit spanischer Gruppe in Höchstadt - Ehrenamtliche von Landrat Irlinger eingeladen.
HÖCHSTADT. Unter dem Motto "Europa wächst zusammen" hatte am Montag Landrat Eberhard Irlinger Vertreter der Partnerschaftsvereine im Landkreis, Bürgermeister, Kreisräte, Mitarbeiter und Pfarrer zu einem Dankeschön-Abend in den Höchstädter Schlosshof eingeladen. (Text und Fotos: Pauline Lindner)

Hängt da neben der Kreisfahne eine
britische in
Fehlfarben vor der Schlosswand? , war der
allererste
Gedanke beim Betreten des Hofes. Nein, die baskische. Sie zeigt genauso wie ihr Pendant von den britischen, Inseln ein
Kreuz,
unterlegt mit einem Andreaskreuz.
Allerdings ist der Grund rot und die Kreuze weiß und grün.
Die Gäste
erwartete
nämlich eine Tanzvorführung des
Folklore-Ensennbles
S. Otxandategi aus Berango, einem Vorort von Bilbao im spanischen
Baskenland.
50 Personen sind, der Einladung
des Tanz-
und Folkloreensemble "Ihna“ gefolgt.
2003 waren
die Vertreter
der pommerschen Tanzkultur im
Landkreis bei
einem Festival in Berango zu Gast. Seit Jahrzehnten bereist „Ihna“ in
Sachen
Volkstanz die Welt. So herzlich wie im Baskenland sind sie kaum sonst
wo
aufgenommen worden, berichtet Vorsitzender Eike Haenel über den ersten Kontakt.
Untergebracht
sind die
Baskischen Gäste in Privatquartieren meist bei lhna-Mitgliedern, die
für sie
auch ein interessantes Begegnungs- und Auftrittsprogramm
ausgearbeitet haben.
Bereitwillig, so Haenel, habe der Landrat seine Anregung aufgegriffen,
die
Basken und
die, an Partnerschaft in Europa interessierten Kreisbewohner
zusammenzubringen: Übrigens: Der Ort Berango hätte Interesse an einer
Partnerschaft
mit einer deutschen Gemeinde.
Otxandategi
hatte mehrere Tanzgruppen in
farbenfrohen Tarachten mitgebracht, ein kleines Orchester mit
ungewöhnlichen
Flöten und Oboen und sogar die
jüngsten Mitglieder mit
den bekannten Baskenmützen und den mit Lederriemen
geschnürten
Schafwollstrümpfen. Etwas spärlich war dagegen die
Zuschauerschar zu viele wahren wohl
urlaubsbedingt abwesend.
Dafür
konnten die "Daheimgebliebenen"
Volkstanz vom Feinsten erleben. Rüdiger Winzer erläuterte als
Dolmetscher die
Tänze und Lieder. Die baskische Tanzkultur ist geprägt von großem
Ernst. Lächeln oder gar Lachen währenddessen ist im
Gegensatz zu
anderen iberischen Regionen nicht üblich. Und das selbst bei
Karnevalstänzen nicht. Nicht
ausgelassene Freude wird demonstriert, sondern höchste
Geschicklichkeit mit
den Füßen. Mit winzigen Schritten umtanzen zum Beispiel die
traditionellen Figuren des Umzugs
von Zuberoa ein
Weinglas und versuchen zuletzt darauf stehen zu bleiben. Ziemlich
schwierig,
wenn man ein pferdartiges Gebilde um den Leib gebunden hat.
Üblicherweise
tanzen im Baskenland Männer und Frauen getrennt. Ganz ursprünglich
für die
Frauen sind würdevolle Schreittänze, bei denen Lieder von den Tänzerinnen selbst
gesungen werden. In den letzten Jahrzehnten
haben sie aber auch Männertänze in ihr Repertoire aufgenommen.
Vorgeführt hat
Otxandategi im Höchstädter Schlosshof einen Reifentanz (Arku Dantza) und einen en Bändertanz (Zinta Daritza), bei
dem ähnlich wie im Bayerischen mit den Bunten Bändern ein
Zopf um den Haltemast geflochten wird.
Reine
Männerdomäne ist das Tanzen zu Ehren
der Jungfrau Maria von Muskilda geblieben, Die tanzende
Männergruppe
wird von einem 'Dummkopf Bobo" angeführt. Höhepunkt dabei ist ein
temporeicher Schwerter- bzw. Stocktanz.
Ein
Paartanz aus dem Karneval leitete über zum
Ehrentanz für den Landrat. Mit Grandezza überreichte der Solotänzer
Irlinger eine Baskenmütze und später
noch einen Pelota-Schläger für das Nationalspiel der Basken.


