Tanz- und Folkloreensemble "Ihna"

aus Erlangen
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   Das Ensemble 

Das Tanz- und Folkloreensemble "Ihna" wurde im Jahr 1971 von Eike Haenel gegründet. Durch seine Auftritte in vielen deutschen Städten, dem europäischen Ausland und mit seinen Gastspielreisen nach Übersee ist es zu einer der bekanntesten deutschen Tanzgruppen geworden. So gastierte man u. a. in Brasilien, den USA, Mexiko, Kanada, Russland und Südafrika. Das Ensemble wirkte in einer Reihe von Fernsehsendungen im In- und Ausland mit, beispielsweise in "Berlin ist eine Reise wert" (Moderation Hans Rosenthal und Maria Hellwig), in "Lieder-Rhythmen-Melodien" (Moderation Dagmar Berghoff und Petra Schürmann), in "Lieder, die wie Brücken sind" (Moderation Carolin Reiber - siehe Bild) und nicht zuletzt in der "Superhitparade der Volksmusik" (Moderation Carolin Reiber und Elmar Gunsch).

Das abendfüllende Programm der Tanz- und Speeldeel "Ihna" besteht aus alten deutschen Volks-, Kult- und Zunfttänzen, aus Volksliedern und Tanzpotpourris, in denen authentisches Brauchtum
gezeigt wird. Der "Schwertertanz", einer der Höhepunkte, ist schon bei Tacitus in der "Germania" erwähnt. Er ist der älteste überlieferte deutsche Tanz überhaupt. Viele Tanzfolgen aus dem Programm haben erzählenden Charakter: So die Geschichte von Hans und Liese und dem Brauch des Osterwasserholens. Die Mädchen mussten am Ostersonntag vor Sonnenaufgang zu einer Quelle gehen, um Wasser zu holen. Gelang es ihnen, sich darin zu waschen, ohne vorher gelacht oder die Zähne gezeigt zu haben, so versprach ihnen der Brauch für ein Jahr besondere Schönheit. Das war natürlich ein besonderer Spaß für die Jungen. Sie lauerten den Mädchen unterwegs auf und versuchten, sie zum Reden oder zum Lachen zu bringen.

Oder es wird eine Hochzeit dargestellt, die früher drei Tage und drei Nächte dauerte. Um Mitternacht erschienen Schimmel, Schnabbuck und der maskierte Führer mit großem Lärm von der Straße her. Der Schnabbuck, ein ziegenhaftes Ungeheuer, sorgte durch derbe Späße dafür, dass sich alle Gäste auf Stühle und Tische flüchteten. Das alles wird, dem inneren Geschehen des Tanzes entsprechend, in eine Choreographie der Schritte und Gesten umgesetzt. "Erzählend" begleitet der Volkstanz die zyklisch wiederkehrenden Jahresfeste und wichtige Stationen des bäuerlichen Lebens. Mit "Geschichten ohne Worte" faszinieren die Tänzer und Musiker ihre Zuschauer.

Die künstlerische Leitung des Ensembles liegt seit seiner Gründung in den Händen von Eike Haenel (links). Für seine Choreographien, das Ausgraben alten Brauchtums und vieler Tänze, die er behutsam und kenntnisreich rekonstruiert hat, wurde der gebürtige Pommer mit mehreren Kulturpreisen und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. So liegt auch die Folklore Pommerns und Norddeutschlands den Tänzerinnen und Tänzern des Tanz- und Folkloreensembles "Ihna" besonders am Herzen. "Ihna" ist der Name eines pommerschen Flusses und alle getragenen Trachten stammen aus diesem Land: Die Pyritzer Weizackertracht, die Belbucker Tracht, die Jamunder- und Kaschubentracht und nicht zuletzt die Mönchguter Fischertracht von der Insel Rügen. Die Tanz- und Speeldeel "Ihna" besteht trotz ihres hohen selbst gestellten Anspruchs aus Amateuren.

  


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